Mungo und Cica – zwei Scottish Folds (Qualzucht), die bleiben dürfen

Die am 19. Dezember 2019 geborenen Geschwister dürfen ihren Lebensabend bei ihrer Pflegestelle verbringen, behütet und in vertrauter Umgebung. Was die beiden brauchen sind keine Interessenten, sondern Menschen, die sie finanziell und ideell begleiten: Paten und Spender, die die Tierarztkosten und die tägliche Versorgung mittragen.

Warum die beiden nicht vermittelt werden:
Die eingeklappten Ohren der Scottish Fold sind kein Schönheitsmerkmal, sondern die sichtbare Folge eines Gendefekts, der das gesamte Knorpel- und Knochengewebe betrifft. Diese Erkrankung schreitet voran und ist nicht heilbar – sie lässt sich nur lindern.
Bei Mungo und Cica bedeutet das: regelmäßige Schmerzmedikation, engmaschige tierärztliche Betreuung und ein Alltag, der ganz auf ihre Grenzen abgestimmt ist.

Mungo – der Spielzeugträger

Mungo ist bereits deutlich stärker betroffen. Seine Hinterpfoten sind extrem dick und geschwollen, seine Hüfte ist schief, und sein Schwanz ist komplett verhärtet. Man sieht ihm die Belastung an – und doch hat er sich ein Stück Lebensfreude bewahrt: Er liebt es, Spielzeuge durch die Gegend zu tragen, und jagt mit Begeisterung der Angel hinterher. Wenn er es zulässt, genießt er ausgiebiges Kraulen.

Oft sitzt Mungo rassetypisch auf seinem Gesäß. Das sieht niedlich aus – für ihn ist es aber die einzige Haltung, die ihm spürbare Linderung verschafft.

Cica – kleine Tricks, große Spielfreude

Cica ist noch nicht ganz so stark betroffen wie ihr Bruder, doch auch sie steht unter Dauerkontrolle. Alle fünf Wochen muss sie mit ihrem Bruder beim Tierarzt ihre Solensia-Injektion abholen. Fremden gegenüber ist sie zurückhaltender als Mungo und lässt sich nicht so gern anfassen – aber Spielen bedeutet ihr alles. Inzwischen beherrscht sie sogar kleine Kunststücke wie High-Five.

Was die beiden jeden Tag brauchen:

Die Schmerzen belasten beide im Alltag. Neben Solensia greifen wir zusätzlich zu Metacam und weiteren Mitteln, um ihnen das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten.

Tierarzt alle fünf Wochen: zwingend notwendig – die Spritze selbst bereitet inzwischen Schmerzen und ist allein nicht zu bewältigen

Ohrenreinigung: ohne menschliche Hilfe für die Rasse nicht möglich

Zahnkontrolle: fester Bestandteil jedes Termins

Krallen schneiden: ganz besonders wichtig, denn die Katzen können ihre Krallen nicht mehr selbst abwetzen

Trotz all der vielen Belastungen haben die beiden noch jeden Tag viele Flausen im Kopf, schauen wie gebannt den Vögeln beim BirdTV zu oder meckern Eichhörnchen auf dem Balkon an. Beide sind trotz der vielen Einschränkungen noch voller Lebenswillen und bringen Freude zu uns in die Pflegestelle.